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Vor dem Zweitligaspiel des VfL Bochum 1848 bei Fortuna Düsseldorf ist es am Montagabend, 18. Juli, in einem Shuttle-Bus auf dem Weg zur ESPRIT arena zu Vorfällen gekommen, die einen umstrittenen Polizeieinsatz nach sich gezogen hatten. Nach Gesprächen mit der Fanbetreuung und dem Fanprojekt Bochum entschuldigt sich der Polizeiführer Hans-Joachim Kensbock-Rieso in einer Stellungnahme bei den Anhängern des VfL Bochum 1848.

Bei den Vorkommnissen handelte es sich um Sachbeschädigung am Bus, die einen Polizeieinsatz nach sich gezogen hat. Dabei wurden Anhänger des VfL erkennungsdienstlich erfasst. Viele der vor Ort anwesenden Fans hielten den Polizeieinsatz jedoch für unverhältnismäßig und überzogen. Polizeiführer Hans-Joachim Kensbock-Rieso entsprach dem dringlichen Wunsch des Vereins nach Aufklärung der Vorfälle und arbeitete die Vorfälle gemeinsam mit der Fanbetreuung und dem Fanprojekt Bochum auf.

Dirk Michalowski, Fanbeauftragter des VfL, zeigte sich erfreut: „Wir finden es gut, dass Herr Kensbock-Rieso sich die Zeit genommen hat, nach Bochum zu kommen, um mit uns die Vorfälle in Düsseldorf zu erörtern. Darüber hinaus freuen wir uns sehr über die Stellungnahme und bedanken uns ausdrücklich beim Polizeiführer für sein Engagement, die Vorfälle aufzuklären. Das ist leider nicht selbstverständlich.“ 



Die Stellungnahme von Herrn Kensbock-Rieso im Wortlaut:



„Liebe Fans des VfL Bochum 1848,

im Zusammenhang mit dem Spiel Fortuna Düsseldorf gegen den VfL Bochum 1848 am 18. Juli 2011 kam es in einem mit Bochumer Fans besetzten Shuttle-Bus zu erheblichen Sachbeschädigungen. Es wurden zwei Scheiben und die Innenverkleidung des Busses beschädigt. Insgesamt entstand ein Schaden von weit über 6000 €.



Die von mir als Einsatzleiter zu verantwortenden polizeilichen Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Straftaten und zur Ermittlung der Verursacher führten im Ergebnis dazu, dass 99 Bochumer Fans das Spiel des VfL nicht besuchen konnten, sondern von der Polizei begleitet nach Bochum zurückgefahren wurden. Auf Grund der großen Anzahl der durchgeführten Identitätsfeststellungen mussten sie zwei Stunden in dem voll besetzten Bus bzw. später auf einem Parkplatz verbringen und den Ausgang der polizeilichen Maßnahmen abwarten. Der Versuch, unter den Businsassen zu differenzieren und die Unschuldigen von den Schuldigen zu trennen, ist leider nicht ausreichend gelungen. Nur 29 Businsassen konnten ohne weitere polizeiliche Maßnahmen sofort entlassen werden und ins Stadion gehen. Im Nachgang und in Kenntnis aller nunmehr vorliegenden Umstände hätte ich mir persönlich gewünscht, es wären deutlich mehr gewesen.



Ziel der nordrheinwestfälischen Polizei ist es, im Rahmen einer neuen Initiative für weniger Gewalt bei Fußballspielen zu sorgen. Insbesondere will die Polizei zwischen friedlichen Fans und Gewalttätern differenzieren. Heute weiß ich, dass viele Bochumer Fans nicht an den Sachbeschädigungen beteiligt waren und von den allermeistern auch keine Gefahr ausging. Deshalb möchte ich mich bei allen friedlichen Fußballanhängern des VfL Bochum 1848, die von den polizeilichen Maßnahmen betroffen wurden, auf diesem Wege persönlich entschuldigen.“


Als Entschädigung hatte der VfL Bochum 1848 allen betroffenen Fans, die das Spiel nicht im Stadion verfolgen konnten und sich unmittelbar nach dem Vorfall beim Verein gemeldet hatten, Karten für das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt bzw. den FC St. Pauli ausgehändigt.