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eyecatcherGroßer Andrang vor der Aula des Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskollegs, in der am Dienstagabend die Dokumentation „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ des Journalisten Thomas Kuban gezeigt wurde. Weit mehr als 350 Interessierte hatten sich zu der Veranstaltung eingefunden, zu der der DGB Region Ruhr Mark, das „Bündnis gegen Rechts“, der Asta des Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskollegs sowie der VfL und das Fanprojekt Bochum eingeladen hatten.

Kurzerhand (und einer zweiten Kopie des Films sei Dank) wurde ein weiterer Hörsaal geöffnet, sodass die Vorführung mehr oder weniger parallel stattfinden konnte. Zu sehen bekam das Publikum anderthalb Stunden lang brisantes Material: Rechtsrock-Konzerte in Deutschland, Frankreich, England, Österreich, der Schweiz und Ungarn. Neo-Faschisten in Italien. Deutsche Sicherheitsbehörden, die jahrelang die Gefahr von Rechtsaußen ignorieren. Konzerte, bei denen es immer wieder zu strafbaren Handlungen kommt, vom Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole und Volksverhetzung bis hin zur regelmäßigen Aufführung indizierter Lieder. Konzerte, die den geistigen Nährboden für Attentate wie denen des NSU liefern.

Der Film von Thomas Kuban, so das Pseudonym des Undercover-Journalisten, stellt unbequeme Fragen und erhält fast durchweg nur unbefriedigende Antworten. So sieht es auch Peter Ohlendorf, der Regisseur des Films, der anlässlich der Präsentation im senffarbenen Jackett aufläuft, das im Film dem Undercover-Rechercheur als Ziviltarnung dient. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion steht Ohlendorf im Zentrum der meisten Fragen und erläutert ausführlich und eindringlich, wie schwierig sich die Aufgabe für Kuban gestaltet hat und dass die psychische Belastung des Versteckspiels, der der Journalist innerhalb der zehnjährigen Tätigkeit in der Anonymität ausgesetzt war, so enorm gewesen ist, dass er nach Beendigung seines „Auftrags“ mental wie körperlich am Boden lag. Mittlerweile, so versichert Ohlendorf nachdrücklich, ginge es ihm aber wieder besser.

Außer dem Regisseur von „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ stellten sich auch die meisten Kooperationspartner dem Publikum vor. Das Fanprojekt Bochum war dabei durch Ralf Zänger vertreten, der besonders die Präventivarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nicht alle zur Fanszene des VfL gehören, hervorhob.


Filmproduzent Peter Ohlendorf, Regisseur des Films "Blut muss fließen - Undercover unter Nazis", zu Gast bei der Filmvorführung im Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskolleg am 04.11.2014.

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